Schuldenprobleme in Italien
Die Herabstufung der Ratingagentur S&P – Standard & Poor’s – bezeugt, dass die Kreditwürdigkeit Italiens für die Zukunft eher negativ sei, so ein Sprecher von S&P in London. Begründet wird der Schritt damit, dass die Aussichten für das Wachstum in Italien schlechter werden und auch die Sparmaßnahmen und Reformen nicht ausreichen werden, um das Schuldenproblem zu lösen. Der italienischen Regierung wirft S&P mangelnde Handlungsfähigkeit vor. Die Herabstufung hat die Auswirkung, dass Italien bei der Aufnahme neuer Kredite einen höheren Zinssatz bezahlen muss. Die Credit Default Swap zog die Konsequenz und erhöhte die fünfjährige Versicherung, die die Anleihen Italiens gegen Ausfall absichert, um 27 Basispunkte. Ministerpräsident Berlusconi wehrte sich gegen die Vorwürfe der Ratingagentur, während die EU-Kommission den Sparwillen Italiens begrüßte.
Dabei ist die Herabstufung Italiens doch nur eine weitere schlechte Nachricht aus der Eurozone. Natürlich ging der Eurowert erst einmal nach unten, doch letztendlich hat er sich wieder etwas erholt. Italien hat ein Problem: Es steht vor einem riesigen Schuldenberg, das Wirtschaftswachstum ist derzeit so niedrig wie kaum zuvor und auch im kommenden Jahr wird nur ein kleines Wachstum erwartet. Um Zahlen zu nennen: Die drittgrößte Volkswirtschaft der EU hat einen Schuldenberg von 120 % über seiner Wirtschaftsleistung.
Bella Italia – das Land der Sonne, des Cappuccino – ist zudem leider in einer Reihe von Skandalen verstrickt. Vom Sexskandal des Ministerpräsidenten Berlusconi bis hin zur Schuldenkrise – Italien ist derzeit nicht zu beneiden. Die Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit um einen Punkt herabgestuft – von A+ auf A – und so sieht die Ratingagentur S&P die italienischen Staatsanleihen als “prinzipiell sicher” an. Der Bürger staunt nur noch über die Euroländer und setzt sein Geld lieber bei Sportwetten ein. Denn hier findet er das geeignete Wettbüro, bei dem er gewinnen kann.
